Angst

Sie kennen das mulmige Gefühl beim Blick in den Abgrund. Dann haben Sie Höhenangst. Ein voller Fahrstuhl ist keine Situation, die Sie sich wünschen. Platzangst beschleicht Sie.


Ängste gibt es viele. Angst vor Spinnen, vor der Dunkelheit, Angst beim Fliegen usw. Angst ist ein Zeichen, dass wir eine Situation einschätzen können und sie entsprechend bewerten. Die einen erkennen eine Gefahrenlage, andere nicht. Auch die Pandemie hat ihren Schrecken noch nicht verloren. Derzeit scheint man bemüht, das Angstniveau hochzuhalten. Trotz sehr niedriger Inzidenz in Deutschland ist jetzt ständig von der Delta Variante die Rede.


Auch in der gesellschaftlichen Diskussion ist häufig von Angst die Rede, allerdings hier versehen mit der griechischen Endung phobie. Phobos ( griech.) = Furcht. Diese Phobien sind jedoch äußerst problematisch. Sie lassen letztlich die freie Diskussion nicht mehr zu, denn sehr schnell wird mit dem Etikett Phobie hantiert.  Einige Beispiele:


In der Bewertung von Straftaten soll möglichst darauf verzichtet werden, diese einer bestimmten Volksgruppe (Ethnie) oder gar einer Religionsgemeinschaft zuzuordnen. Wenn jemand den islamistischen Hintergrund einer Messerattacke – wie jüngst in Würzburg – deutlich hervorhebt, dann gilt er schnell als islamophob, d.h., solche Äußerungen werden aus dem Meinungsspektrum medial aussortiert.


 Wenn jemand die Bedeutung von Ehe und Familie herausstellt – früher hieß das mal Keimzelle der Gesellschaft – und sie anders bewertet und nicht mit homosexuellen Beziehungen auf eine Stufe stellen möchte, dann gilt er schnell als homophob. Dann ist von Diskriminierung die Rede und es erfolgt die Brandmarkung als rechts oder erzkonservativ. Auf jeden Fall fällt man so aus der demokratischen Mitte heraus.

 

Schleichend, aber doch beharrlich etabliert sich mehr und mehr ein neues Wertesystem, das vorgibt, besonders tolerant zu sein, allerdings nur so lange, wie ich deren Werte teile. Christliche Überzeugungen spielen dabei keine Rolle mehr und kommen öffentlich (Talkshows etc.) auch nicht mehr vor.  Die queere Szene hat die Medien erobert, bis hinein in die Vorabendprogramme. Sie gibt wertemäßig den Takt vor. Und wenn Länder wie Ungarn und Polen das so nicht mitmachen wollen, ruft Frau von der Leyen aus Brüssel: Schande


Mir fällt dazu nur noch Friedrich Nietzsche ein, der von der Umwertung aller Werte sprach.


Die Kirche steht in diesem Szenarium irgendwo am Rand mit einer kleinen Nebenrolle ohne Text und darf ab und zu mal durchs Bild laufen. Hier und da wird sie noch gesehen, gehört aber längst nicht mehr.


Ihr Pfarrer Ludger Dräger