Pfarrei  St.Gerhard Heiligenstadt

Nachdenkliches von Pfarrer Ludger Dräger


Ach wie flüchtig….


Der Adventszeit steht vor der Tür. Wir verbinden damit vor allem eine Zeit der Gemütlichkeit und auch der gelegentlichen Besinnung. Wir besuchen hier und da Weihnachtsmärkte, erfreuen uns an deren Angebot und reden eventuell über das Wetter; zu warm, zu kalt usw…

Der Advent bedeutet für uns keine Erschütterung, allenfalls im materiellen Sinne, wenn wir feststellen, zu viel Geld für Weihnachtsgeschenke ausgegeben zu haben. Doch die geistliche Bedeutung ist weitgehend verloren gegangen.

Advent heißt ja bekanntlich Ankunft. Gott kommt! Ach ja…wo und wann denn? Wir rechnen nicht mehr damit, also kann uns diese Aussage auch nicht mehr sonderlich erschüttern. Dass wir wachen sollen, wachen und beten, diese biblische Aufforderung hat sich im Glühweindunst buchstäblich in Luft aufgelöst.

Ach wie flüchtig, ach wie nichtig
ist der Menschen Leben!
Wie ein Nebel bald entstehet
und auch wieder bald vergehet,
so ist unser Leben, sehet.


Von dieser Flüchtigkeit, wie im evangelischen Kirchenlied des 17. Jh., möchten wir nichts hören. Diesen Gedanken fliehen wir. Doch nur weil wir Dinge ausblenden oder weil wir uns von alten Frömmigkeitsformen verabschiedet haben, deswegen hat sich noch lange nichts an unserer Existenz geändert; flüchtig und nichtig.

Wir werden in den kommenden Wochen wieder zugerieselt oder auch vollgedröhnt mit „weihnachtlicher“ Werbung. Da gibt es kaum ein Entrinnen.


Und dennoch, in all dem und trotz dieses vorweihnachtlichen Lärmes…Gott kommt!

Es ist an uns, wem in der Flüchtigkeit dieser Tage unsere Aufmerksamkeit gelten soll.


Ihr Pfarrer Ludger Dräger